Atlantikkreuzfahrt

Grüße v. d. Kussmundflotte

Die AIDAblu und das Eis

Bis das Kreuzfahrtschiff an der Pier festmachen konnte, bugsierten drei Schlepper die meterdicken Eisschollen, die zwischen Bordwand und Anleger klemmten, immer wieder beiseite. Nach einer halben Stunde legte die AIDAblu endlich an, küsste Hamburg wach und ließ die Herzen höher schlagen. Das galt jedenfalls für die 25 Journalisten und die 2.000 Fachbesucher aus der Reisebranche, die sich an diesem ungemütlichen Februarmorgen bei eisigem Nord-Ost-Wind vor dem Cruise Terminal eingefunden hatten, um das siebte Flaggschiff der „Kussmundflotte“ zu besichtigen.

2010 in Dienst gestellt, ist die AIDAblu der vierte Kreuzfahrtliner einer neuen Baureihe, die ein Theatrium, das sich über drei Decks erstreckt, zum Mittelpunkt des Schiffes macht. Tagsüber dient das lichtdurchflutete Zentrum den Passagieren als Flaniermeile und Marktplatz, abends als illuminierte Showbühne für Theatervorstellungen, Musicals, Events und Akrobatik.  

Modern und sparsam

Technisch gesehen ist das 352 Millionen Euro teure Passagierschiff auf dem neuesten Stand. Die leisen, hochmodernen Verbrennungsmaschinen mit vermindertem Schadstoffausstoß bringen mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Der unter Wasser liegende Rumpf hat einen speziellen Silikonanstrich erhalten, damit das Schiff so wenig Rost wie möglich ansetzen und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 22 kn noch flotter die Weltmeere durchkreuzen kann. 4 Dieselaggregate á 9.000 kW sorgen rund um die Uhr für Energie, und die Wasseraufbereitungsanlage kann täglich bis zu 1,5 Millionen Liter Trinkwasser erzeugen.

Wellness auf dem Meer

Kreuzfahrer werden an Bord der AIDAblu nach Herzenslust verwöhnt. Orange, Rot, Beige und Braun sind die beherrschenden Innenfarben des neuen Schiffes. Umgeben von viel Messing und Teakholz, fühle ich mich auf Anhieb wohl und habe Lust, die AIDAblu bis in den letzten Winkel zu erkunden. Alles ist neu, hell  und freundlich, das Ambiente stilvoll und stimmig, Material und Verarbeitung hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Das gilt sowohl für die zahlreichen Gesellschaftsräume als auch für die komfortabel eingerichteten Innen- und Außenkabinen mit Teppich, Klimaanlage, Dusche/WC, SAT-TV und Telefon, Erst recht für die großzügig geschnittenen Kabinen mit Balkon und die heißbegehrten 39 Balkonkabinen auf Deck 14 mit direktem Zugang zum 2.602 m² großen Wellnessbereich „Body & Soul Spa“. Saunalandschaft, Ruhe- und Behandlungsräume haben Meerblick und garantieren bei Einlauf in den Hafen eine imposante Aussicht auf die Silhouette der besuchten Stadt. Ein Wohlfühlerlebnis der besonderen Art erleben Passagiere in der 42 m² großen rundum verglasten Spa-Deluxe-Suite mit umlaufender Sonnenterrase und privater „Spa-Butlerin“.

Deftig rustikal oder edel und vornehm?

Nach Fitnesstraining, hawaiianischer Tempelmassage und Entspannung unter'm Glasdach der künstlich begrünten Wellness-Oase  kommt das vielfältige Speisenangebot in einem der 7 Restaurants wie gerufen. Neu auf Deck 10 ist das Brauhaus, wo zwei gläserne Sudkessel 500 Liter Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot, fassen können. Zu Holzfällersteak, Bratwurst und Leberkäs lässt sich der Brauvorgang live mitverfolgen. Am besten gefällt mir das geschmackvoll eingerichtete East Restaurant, das die ganze Bandbreite der asiatischen Küche bereithält. Frisch Gegrilltes gibt‘s im California Grill, und vor dem Kamin im Buffalo Steak House schmeckt das zarte Filetsteak doppelt so gut. Erfahrene AIDA-Clubschiff-Mitglieder finden – wie auf den Schwesterschiffen – das klassische á la Carte-Restaurant „Rossini“ blind, wo gegen Aufpreis ein Champagnermenü mit sechs Gängen serviert wird. Nicht weniger lecker speist man von den appetitlich arrangierten Buffets im „Bella Donna“ und „Markt-Restaurant“. Dort sind Vollpension und Getränke wie Tischwein, Bier und Softdrink zu den Hauptmahlzeiten inklusive. Zahlreiche Cafés, Bars und eine Vinothek auf Deck 9 bilden die Plattform für neue Kontakte und noch mehr Geselligkeit.

Kurzweil von früh bis spät

Auf den Schiffen der AIDA Flotte geht es bewusst leger und sportlich zu. Die überwiegend aktiven, zahlungskräftigen Passagiere mittleren Alters wissen zu schätzen, dass es weder feste, zwingend vorgeschriebene Mahlzeiten noch einen Dresscode gibt, wenngleich sich alle zu gegebenem Anlass sehr geschmackvoll kleiden. Auch bei AIDA Cruises sind die Ausflüge zu den faszinierenden Metropolen dieser Welt, geschichtsträchtigen Orten und historischen Stätten das i-Tüpfelchen einer Kreuzfahrt. Panoramafahrten und Sightseeing sind die Klassiker und werden sehr gern gebucht. Immer angesagt sind zudem Ausritte hoch zu Ross, Tauchgänge, Dschungeltouren, Wüstensafaris, das Canyoning und das Schwimmen mit Delfinen. Langweilig wird es auf keinen Fall. Schon gar nicht an Bord, wo allabendlich phantastische Liveshows und Solisten die Gäste beeindrucken. Einige versuchen ihr Glück im Casino, andere gönnen sich einen Drink mit Blick auf das nächtliche Meer, beleben die super Stimmung in der Disco, oder sind ganz vorne dabei, wenn Poolparties das gesamte Pooldeck in eine vibrierende Tanzfläche verwandeln.

Gute Reise - und immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel!

Nach der glanzvollen Taufe am 9. Februar 2010 ging es mit der AIDAblu von der Fischauktionshalle in Hamburg auf Jungfernfahrt nach Palma de Mallorca. Mit ein bisschen Glück hätte ich sogar noch eine Balkonkabine für zwei Personen zum Preis von 5.300 Euro buchen  können - ohne Flüge, versteht sich, aber inklusive Feuerwerk, Taufzeremonie und -party mit Designerin Jette Joop. Aber leider war ich um Minuten zu spät und musste schweren Herzens auf die Reise in der Premiumklasse und die zahlreichen Promis wie Annette Louisan, Ralf Bauer und Ingo Appelt an Bord verzichten.

www.aida.de

Text: Renato Diekmann, Fotos: Renato Diekmann, Hans-Hermann Stüben (1). AIDA Cruises (1)