Wilder Blütenzauber
Ein Königreich der Blumen
Auf den ersten Blick scheint die Ebene von Namaqualand, der trockene westliche Küstenstreifen der nördlichen Kapregion, hart und unbewohnbar, als lasse er nur wenig verlockende Lebensformen zu, schreibt Peter Joyce in einem Reiseführer über Südafrika. Dennoch ist dieses Gebiet unglaublich reich. Im Frühjahr – also von Anfang August bis Ende Oktober – wird die Wüste im Namaqualand zu einem Farbenparadies von unbeschreiblicher Schönheit. Binnen weniger Tage entfaltet sich aus dem scheinbar leblosen Wüstenboden eine millionenfache Blütenpracht, die weite Teile des Namaqualandes überzieht. Endlose, farbenprächtige Teppiche überdecken das Gebiet, bestehend aus einjährigen Pflanzen, Kräutern, Sukkulenten und Knollengewächsen.
Welche eine Herrlichkeit!
„Die weiten Hochebenen und Berghänge loderten in prächtigen Farben und waren übergangslos mit Blumen in den schillerndsten Tönen bedeckt“, schwärmt Fred Cornell in The Glamour of Prospecting, der die Frühlingsblüte in Namaqualand von einem Zugfenster aus betrachtete: „Hier riesige Flächen voll majestätischem Purpur, dort ein halber Berghang in Senfgelb und im überraschenden Kontrast dazu die andere Hälfte in leuchtendem Azurblau. Welch eine Herrlichkeit!“
Kaleidoskop im Land der Farbenpracht
Das von der Sonne strapazierte und vom Wind gepeitschte Namaqualand liegt zwischen dem fruchtbaren Blumenland des Western Cape und der Namib-Wüste. Ihre krassen Gegensätze und Widersprüchlichkeiten machen die Region zum Aschenputtel Südafrikas. Namaqualand ist zweifelsohne eine karge, abgelegene Gegend. Gleichzeitig aber ein Land voller Wunder. Es gibt Sonnenuntergänge wie Feuerbälle, Sternen übersäte Nächte und Sonnenaufgänge, die das Land in Rot, Blau, Purpur und Schwarz färben – und niemals denselben Farbton oder Schatten zweimal entstehen lassen.
Quelle Text & Fotos: South Africa Tourism (SAT), Fotos: Winfried Bruenken (2), Renato Diekmann, SAT

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