Venedig: Istriens Vorbild
Der Reiz großer Kulissen
Die Kirche Santa Maria della Salute mit der gewaltigen Kuppel ist das imposanteste Entree vor der grandiosen Kulisse der Adriametropole Venedig. Keine andere Stadt der Welt kann es ihr gleichtun. Seit Jahrhunderten pilgern die Menschen an diesen Ort, um seinem einzigartigen Zauber zu erliegen. Denn Venedig steht für ewige Schönheit und - bedingt durch die ständige Bedrohung der Naturgewalten des Meeres - für Vergänglichkeit.
Für den Bummel durch die norditalienische Lagunenstadt, die ihr Holz für die zahlreichen Pfahlbauten unter den venezianischen Palazzi am Canal Grande überwiegend aus den Eichenwäldern Istriens bezogen hat, sollte man besser die frühen Vormittagsstunden und den späten Nachmittag wählen. Nerven kostet die Besichtigung der geschichtsträchtigen Metropole vor allem um die Mittagszeit, wenn Scharen von Bus- und Schiffstouristen, zu denen wir ebenfalls gehören, über die Rios gondeln und massenhaft durch Gassen ziehen. Dann sind Pflaster und Mauerwerk aufgeheizt und die Temperaturen betragen bis zu 40 Grad Celsius im Schatten. Trotz Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und Massentourismus genießen wir Venedig, die Königin der Adria, "verputzen" an einem der idyllischen Rios Spaghetti a Aglio, stoßen mit Vino Rosso auf den Tagesausflug an, schlürfen sauteuren Cappuccino und schlecken superleckeres Eis.
Bevor es mit dem schnellen Katamaran zurück nach Istrien geht, holen wir zwischen Dogenpalast, Markusdom, Campanile und „Café Florian“ noch einmal tief Luft, halten überwältigt inne und drehen uns mehrfach um die eigenen Achse, um zu verstehen, von welchen grandiosen Sehenswürdigkeiten wir in dieser wunderbaren Stadt umgeben sind.
Glückliche Momente
Sehen Sie, da ist es wieder, dieses mediterrane Licht und seine schillernden Farben - so faszinierend, so traumhaft! Versonnen betrachten wir den rotgoldenen Glanz auf der Oberfläche des Meeres tanzen. Das Haupt müde an die Schulter des anderen gelehnt, ruht der Blick lange auf dem Wasser, ernst und genau. Es ist aufbrausendes, rauschendes Wasser, das die Schiffsschrauben des Katamarans, der uns in 2 ½ Stunden von Venedig zügig zurück nach Porec bringt, lautstark hinterlassen. Es spritzt in die Höhe, zieht geräuschvoll eine Bahn wilder Strudel und ungestümer Wirbel nach sich, die ohne Behinderung und wie durch einen Zauber mit dem Meer verschmelzen. Erfüllt und glücklich gleitet der Blick westwärts über die schillernden Wellen der Adria in das glühende Orangerot der rasch am Horizont verblassenden sinkenden Sonne.
Text & Fotos: Renato Diekmann

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