Leben wie ein Schlossherr
Ein Ort zum Durchatmen
Es war Liebe auf den ersten Blick, sagt Schlossherr Alfred Rüßel und zählt stolz seine berühmten Vorbesitzer auf. Lauter klangvolle Namen, wie die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorp, die Feldherren von Blücher und von Moltke sowie der Industrielle von Thiele-Winkler. Auch sie waren sofort verliebt in die zwei klassizistischen Schlösser bei Teterow in Mecklenburg-Vorpommern. Eingebettet in die eigenwillige Landschaft der Mecklenburgischen Schweiz, liegen sie idyllisch in englisch angelegten Parks an Seen mit stillen schilfbewachsenen Buchten. Rundherum prägen schattige Alleen, dichte Wälder, blühende Wiesen und eine artenreiche Tierwelt diese Region.
Aufgeregt schnattern Grau- und Saatgänse, Haubentaucher und Enten um die Wette. Auf der Suche nach Beute, ziehen Fisch- und Seeadler ihre Kreise. In den Mooren und Bruchwäldern brüten Kraniche, nisten Schilfrohrsänger, Beutelmeisen und Karmingimpel, beleben Fischotter, Frösche und Rotbaumschunken die Feuchtwiesen. Sie nähren die zahlreichen Weißstörche, die hier in vielen Dörfern übersommern. Aus dem nahen Eichenwald ruft der Kuckuck durch den Frühling nach einem Weibchen, künden Schwalben vom herannahenden Sommer. Und über die Leuchtkraft goldgelber Rapsfelder spannt sich der Mecklenburgische Himmel zu einem tiefblauen Bogen, vor dem vereinzelt weiß-bauschige Wolken segeln. Ein Platz für Träume.
Marode Herrensitze
Mit einem lachenden und weinenden Auge erinnert Alfred Rüßel an das Chaos, das er vorfand, bevor er aus den vernachlässigten Herrensitzen zwei Kleinode schuf; er beschreibt triefende Matratzen, alte Bettgestelle und Räder, die in den Seen vor sich hin rosteten. Besonders bedenklich war die vom Hausschwamm zersetzte marode Bausubstanz der Schlösser, die vor der Wiedervereinigung mal als Flüchtlingslager, mal als Kinderkrippe, Gemeindeamt und LPG Betriebsbüro dienten. Heute belächelt der studierte Tiefbauingenieur aus dem schleswig-holsteinischen Wittenborn nachsichtig die zeit- und nervenaufreibenden Restaurationsarbeiten, denn die strengen Auflagen von Denkmalpflege und Naturschutz haben seine Leidenschaft für Mecklenburgische Schlösser eher noch verstärkt. Mit Herz und Sachverstand sanierte er die herrschaftlichen Güter und ist mächtig stolz auf Schloss Teschow (inzwischen an die arcona Hotels & Resorts verkauft) und die damit verbundene Erneuerung der Backstube, Kavaliershäuser, Gutshofschänke und Dorfschmiede. „Wenn einer allein träumt, ist es immer ein Traum,“ sinniert der Schlossherr gedankenvoll. „Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Der ganze Ort hat von der Dorfsanierung profitiert.“
Refugium für Verliebte
Für Naturliebhaber ist das benachbarte Romantische Hotel Schloss Schorssow ein Refugium der Ruhe und Besinnung. Trotz totaler Entkernung hat das Gutshaus viel von seinem ursprünglichen Charme bewahrt. 45 elegante Zimmer und Suiten liegen hinter der klassizistischen Fassade und versprechen behaglichen Urlaub. Die meisten Zimmer bieten Blick auf den See und Aussicht auf den Park mit Ententeich und uraltem Baumbestand. Helle, freundliche Farben, bequeme Betten und Sitzmöbel zeichnen die großzügig geschnittenen Räume aus. Besonders die Fürstensuite, wo edle Hölzer, kostbare Antiquitäten, ausgewählte Accessoires und Tapeten, dekorative Lampen und Stoffe das Auge erfreuen, während der dicke, flauschige Teppich jeden Schritt dämpft.
Golf, Sport, Wellness und mehr
Wer Pferde liebt und reiten möchte, wer Golf spielen oder es erlernen will, fühlt sich im nahe gelegenen Golf- und Wellnesshotel Schloss Teschow (arcona Hotels & Resorts) besonders gut aufgehoben. Die einst vom Feldherrn von Blücher bewohnten Zimmer und Suiten sind edel und stilvoll möbliert, die luftigen Räume im Flügelanbau elegant und komfortabel mit modernen Möbeln eingerichtet. Wie Schloss Schorssow liegt es herrschaftlich in einer weitläufigen Parkanlage und reicht an den naturbelassenen Teterower See, dessen Becken von einem bewaldeten Bergring geschützt wird. Hier gibt es, was das Sportlerherz begehrt: Ein 18-Löcher-Meisterplatz und ein öffentlicher 9-Löcher-Akademieplatz, eine Übungsanlage mit Abschlagsplätzen sowie Pitching-, Chipping- und Puttingareal, Fahrräder zum Fitthalten und den Reiterhof mit Pferden für die Großen und Ponys für die Kleinen.
Wenn die Sonne mal beleidigt hinter regenreichen Wolken verschwindet, entschädigen Innenpool und überdachtes Außenschwimmbad das schlechte Wetter, sorgen SPA und Wellnesslandschaft mit Sauna, Tecaldarium, Dampfbad und Solarien für willkommene Abwechslung. Kosmetiksalons, Massagen und heilsame Angebote bereiten Entspannung und Wohlbefinden. Verliebte Paare können „standesamtlich“ heiraten und in der Fürstensuite "standesgerecht" glücklich sein.
Schlemmer-Erlebnis
Drei Themen-Restaurants verwöhnen Feinschmecker mit kulinarischer Vielfalt. Geschmackvoll kombinieren die Köche eine regionale wie mediterrane Küche, außerdem gibt es ein Restaurant, in dem raffiniert gewürzte Gerichte aus Thailand ein besonderes Schlemmer-Erlebnis versprechen. Auf der nach Marktangeboten täglich wechselnden Karte stehen Gebratenes Milchzicklein im Kräutersud, Gefüllter Mecklenburger Ochsenschwanz mit Gänsestopfleber in Portweinsauce, Gegrilltes Filet von der Regenbogenforelle an Hummercreme, Thailändische Garnelensuppe mit Zitronenblätter und Kross gebratene Ente mit süß-saurer Sauce auf Gurken und Ananas.
„Zu jedem Gericht einen guten Wein zu präsentieren, ist der Stolz eines jeden Hausherrn“, erklärt Rüßel, der sich mit seinen Schlossgeistern rührend um das Wohl des Gastes kümmert „Dabei kommt es nicht nur auf den erlesenen, den außergewöhnlichen, den besonderen Wein an. Wichtig ist vor allem der Charakter. Auch ein einfacher Wein kann überzeugen.“
Das tut er! Besonders stimmungsvoll im Sommer auf den großen Gartenterrassen mit Blick auf Parkanlage, Natursee und Sonnenuntergang.
Text & Fotos: Renato Diekmann

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