Kein schöner Land

Berlins Badewanne

Zwischen Bodden und Ostsee

Ahlbeck gehört zu den „3 Kaiserbädern“ auf der Ostseeinsel Usedom. Der Ort neben Heringsdorf und Bansin wurde nach einem aalreichen Bach benannt, an dem anno 1700 ein Müller seine Getreidemühle errichtete. Das Gebiet zwischen Bodden und Ostsee lockte früh Slawen in die fruchtbare Gegend. Als Fischer nutzten sie die fischreichen Gewässer, gingen in den dichten Wäldern jagen, und wurden schließlich sesshaft. Unter Mühen und Entbehrungen rangen sie den morastigen Böden und Feuchtwiesen fruchtbare Felder ab, schufen neue Lebensräume für Bauern, Viehzüchter, Weber, Köhler und Teerschweler. Holzfäller rodeten Bäume und drängten die ursprünglichen Wälder für Ackerbau und Viehzucht immer weiter zurück. Aus dem gewonnenen Holz bauten die Siedler Speicher, schufen Versorgungsbetriebe für ihren täglichen Bedarf, gründeten Werkstätten, Schankwirtschaften und Plätze für christliche Feste und gesellige Anlässe. Die Gemeinde gedieh prächtig und rasch entwickelte sich Ahlbeck zu einer Erwerbsquelle für Handwerker, Kaufleute, Seefahrer und schließlich zur Touristenhochburg.


 

Historische Seebrücke als Statussymbol und Wahrzeichen

Schmuckstück und Statussymbol des Ortes ist die 1889 fertig gestellte historische Seebrücke, die an der Promenade beginnt, über den breiten Strand führt und weit in die Ostsee hineinragt. Auf der Plattform in der Mitte der Brücke steht ein mit Ecktürmchen geschmückter Pavillon, in dem sich heute ein Restaurant befindet. Mit dem roten Dach, den grünen spitz zulaufenden Türmen und dem 280 m langen Landungssteg wurde die über 100jährige Brücke zum Wahrzeichen der Sonneninsel Usedom.

Vom „Klabautermann“ zum First Class Hotel

Ahlbeck ist das größte Seebad auf der Insel Usedom und besitzt entlang der Dünenstraße sehenswerte Bauten im Stil der klassizistischen Bäderarchitektur. Die steinernen Zeugen aristokratischer Herkunft aus wilhelminischer Zeit erstrahlen weiß, aufgelockert durch pastellfarbene Kompositionen in Beige, Bordeauxrot und Mintblau. Reich verzierte Balkongitter, Loggien mit filigranen Stuckarbeiten, schlanke Marmorsäulen, vergoldete, bogenförmige Jugendstilfenster und Giebel, eckige und runde Türme, verglaste Erker und aufwändig gestaltete Eingangsportale werten die Fassaden prachtvoll auf.

Zu den historischen Bauten, die sich majestätisch aneinanderreihen, gehört auch „Das Ahlbeck“ Hotel & SPA. Bis 2004 war das einstige Ferienheim der Schandfleck der Strandpromenade. Aus dem verfallenen, heruntergewirtschafteten „Klabautermann“ ist ein ansehnliches First-Class-Hotel geworden. Hinter der renovierten historischen Bausubstanz des denkmalgeschützten Hauses und den drei harmonisch angefügten Neubauten befinden sich 50 Zimmer und Suiten, zum Teil mit 2 Schlafzimmern und 2 Bädern, Die Räume sind ausgestattet mit Pantry, Essplatz, Sitzgruppe, Flachbildschirm-TV und eigenem Kamin, dessen Gasflamme bequem per Fernbedienung reguliert werden kann. Silberne Tapeten mit schwarzen großformatigen Ornamenten beleben die geräumigen, schlicht möblierten Zimmer. Unverbaute Aussicht auf Ostsee, Schiffe, Seebrücke und Strandleben bieten die Appartements zur Strandpromenade.

Spezialitäten aus der Ostsee-Region

Auf Usedom schätzt man von jeher die traditionelle Küche. So wurden bei den ersten Siedlern auf der Insel, den Slawen, wichtige Entscheidungen immer von einem Festmahl begleitet. Die bodenständige Kost, die auf Usedom seit Generationen fortgeführt wird, entsteht hier in einer offenen Showküche, wo hauptsächlich Barsch, Dorsch, Hering, Seelachs und Zander frisch zubereitet werden. Die Ahlbecker Fischssuppe z. B. bietet von jedem etwas und schmeckt sehr lecker. Neben Spezialitäten des Meeres kommen auch vegetarische Gerichte und alle möglichen Variationen von Ente, Kalb, Schwein und Rind auf die Tische des halbrunden Restaurants, dem zwei gemütliche Nebenräume in schwarzrot gehaltenen Farbtönen angeschlossen sind. Zu dezenter Musik und Kerzenschein gibt es kostenlos den Ausblick auf die Seepromenade und Terrasse mit Strandkörben für sonnige Tage und laue Nächte.

Schokolade für die Haut

Der lichtdurchflutete Wellnessbereich mit Saunen, 20x5 m großem Schwimmbad, Whirlpool, begrünter Sonnenterasse, Fitnessecke und Solarium bietet eine gute Gelegenheit, Stress und Hektik abzubauen und genüsslich einzutauchen in eine Atmosphäre der Ruhe, Wärme und Entspannung.

Aus gutem Grund nennt das engagierte Personal sein umfangreiches Angebot „Wellness á la Carte“. Die Beraterinnen empfehlen, sich Zeit zu nehmen für die Erholung von Körper und Geist. Die Erlebnisbäder in der Lichtklangwanne, Packungen auf der Aqua-Soft-Liege, Serailzeremonien, Kosmetikbehandlungen und Massagen entführen den Gast in neue Dimensionen des Wohlgefühls. Ein wahres emotionales und optisches Naschwerk mit kosmetischem Effekt ist die Hot Chocolate-Massage, bei der die festigenden Eigenschaften der Shea-Kakaobutter erschlaffte Hautstrukturen wieder erfrischen und glätten. "Anschließend duftet die Haut angenehm nach Schokolade“, versichert eine Dame und empfiehlt für den kommenden Tag das Private SPA mit Dampfkabine, Doppelwanne, zwei heißen Steinen und Ruheliegen.

mehr über Das Ahlbeck Hotel & SPA

 

Text: Renato Diekmann, Fotos: Renato Diekmann, Das Ahlbeck