Mobil mit Stil

Dynamik allein reicht nicht

Italienische Gene

Aus der eigenwilligen, besonders von Frauen begehrten Knutschkugel Ford Ka (in Deutschland über 300.000 Mal verkauft)  ist ein komplett neuer Kleinwagen entstanden – unter deutsch-polnischer Freundschaft, sozusagen, und mit italienischen Genen. Denn der Mini-Ford stammt einschließlich der beiden Motoren vom Fiat 500 ab und rollt bei Fiat in Polen vom Band. Ob Fords neu aufgelegtes Stadtauto Ka 2 an die Erfolge seines beliebten Vorgängers anknüpfen kann, bleibt fraglich. Zwar vermittelt der optisch schnittige Nachfolger mit Vorderradantrieb und Fünfgangschaltgetriebe ab dem ersten Kilometer ein sportlich-agiles Fahrgefühl, denn er lässt sich dank kurzer Wege präzise schalten und behände lenken. Das straff abgestimmte Fahrwerk geht aber auf Kosten des Federungskomforts, was die Abroll- und Fahrwerksgeräusche für diese Klasse lauter macht als nötig.

Schwach aber durstig

Der günstige Basispreis und die fordtypisch ausgeprägte Fahrdynamik können den Durst der beiden Motoren leider nicht wettmachen. Der 1,2 Liter-Benzinmotor mit 69 PS benimmt sich wohl manierlich, hat aber wenig Biss und verbrauchte bei zügiger Fahrweise 9 Liter auf 100 Kilometer. Die CO2-Emmssion beträgt 119 g/km. Und auch der etwas spurtfreudigere, aber leicht vibrierende 1,3 Liter Diesel mit 75 PS brummt vor sich hin und ist mit 6,2 Liter keineswegs so sparsam wie vom Hersteller angegeben. Der Schadstoffausstoß liegt hier bei 112 g/km.

Ausreichend Platz für zwei

Die bequemen Vordersitze (mit wenig Seitenhalt) und die weit nach vorn gezogene Frontscheibe sorgen im neuen Ka 2 für ein luftiges Raumgefühl. Allerdings lässt die Ergonomie wegen des nur in der Höhe verstellbaren Lenkrads zu wünschen übrig. Das Platzangebot im Fond ist knapp bemessen, die Sitzbank zu tief eingebaut, Ablagen gibt es kaum, und die Sicht durch das winzige Rückfenster ist stark eingeschränkt, was ein problemloses Einparken erheblich erschwert. Auch das Beladen des stufigen Kofferraums, der sich durch das Umklappen der teilbaren Rücksitzlehnen von 224 auf 854 Liter vergrößern lässt, wird durch die zu hohe Ladekante nicht leichter.

Kostspielige Extras

Für den Ford Ka gibt es alle Extras wie Radio-CD, Klimaanlage oder Metallic-Lackierung nur gegen Aufpreis, was das Auto um einige tausend Euro verteuert. Das gilt bedauerlicherweise auch für so wichtige Sicherheits-Features wie ESP und Kopfairbags. Wer auf beheizbare Außenspiegel, Fensterheber vorn, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer und Zentralverriegelung nicht verzichten will, sollte für 1000 Euro Aufpreis die Titanium-Ausstattungslinie wählen. Das Radio mit CD- und MP3-Player spendiert dann vielleicht noch Papa, Opa oder Oma. Da der Ford Ka wohl überwiegend von jungen Leuten als kleines Stadtauto genutzt wird, kann man auf weiteren Luxus getrost verzichten. Lobenswert ist die solide und saubere Verarbeitungsqualität des neuen Modells, das sich innen wie außen farbenfroh und individuell aufpeppen lässt.

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Text: Renato Diekmann, Fotos: Ford Werke AG