Barocke Schönheit

Einmaliges Schmuckstück

Der Taxifahrer macht mir schon Appetit auf „Dresdens schönstes Hotel.“ Die Bülow Residenz, sagt er, sei zwar klein, aber sehr, sehr fein. „Bitte die Augen schließen und erst wieder öffnen, wenn ich es sage.“ Der Mann hat nicht zuviel versprochen. Vor mir erhebt sich ein sonnengelb verputztes, mit verspielten Stuckelementen geschmücktes barockes Stadtpalais. Die kleine, sparsam mit zierlichen Möbeln und Blumengestecken ausgestattete Halle öffnet den Blick auf einen idyllischen Innenhof. Auf einem Brunnenrand grüßt die bronzene Statue einer antiken Göttin. „Leider dürfen wir den Patio nicht überdachen“,  bedauert Birgit van Stipriaan, Gästebetreuerin und guter Geist der Residenz, während sie mich durch ihr Reich führt. „Sonst könnte man das ganze Jahr über dort frühstücken. Aber gegen Bauvorschriften sind wir halt machtlos.“

Aristokratisches Flair

Insgesamt dreißig Gästeunterkünfte hat das Haus – davon fünf luxuriöse Suiten. Alle Räume sind großzügig geschnitten und ebenso geschmackvoll wie komfortabel mit formschönen Möbeln und weichen Sitzgarnituren ausgestattet.  Goldgerahmte Spiegel, elegante Leuchten, Tagesdecken im Brokatdesign sowie Vorhänge in leuchtendem Tizianrot verleihen den Räumen ein aristokratisches Flair. Als  Prachtstück des Hauses gilt die Bülow Suite mit drei Raumeinheiten - Schlafzimmer und zwei Salons. Ein weiteres Highlight ist der Sandstein-Gewölbekeller, in dem sich die urgemütliche Caroussel Bar befindet.

In bester Gesellschaft

Die heutige Bülow Residenz wurde 1730 von einem hoch angesehenen, in den Diensten Augusts des Starken stehenden Baumeister als Familiensitz errichtet. Dreikönigskirche und Augustusbrücke gehen ebenfalls auf das Konto dieses genialen Architekten. Während der DDR-Zeit kam das einst prächtige Gebäude total herunter. Birgit van Stipriaan zeigt Fotos, die den erbärmlichen Zustand des Hauses vor 1993 demonstrieren. Wo sich jetzt die hübsche Lobby befindet, klaffte ein finsteres Loch mit wackeligen Türen und verrußten Wänden. Der Innenhof präsentierte sich als Müllhalde.

Florentinischer Palazzo

Die Unternehmerfamilie Bülow aus Stuttgart erkannte mit sicherem Blick, welches Kleinod sich hinter der schäbigen Fassade verbarg  und restaurierte das Haus in der Rähnitzgasse 19 von Grund auf  zunächst zur eigenen Nutzung. „Aber die Familie fand dann, dass dieses prächtige Gebäude sich ideal als Hotel eignete – ein florentinischer Palazzo in der Barockstadt Dresden“, sagt Frau van Stipriaan. Heute zählt die Bülow Residenz  zu den angesagtesten Adressen im Elb-Florenz.

Vorbildlicher Service

„Man fühlt sich hier wie Schlossherr und Schlossherrin“, erzählen zwei begeisterte Gäste, die sich selbst als „Wiederholungstäter“ bezeichnen und regelmäßig „bei Bülows“ residieren. Der Service ist perfekt. Das Personal liest den Gästen die Wünsche praktisch von den Augen ab. Und jeden Morgen liegt die Zeitung vor der Zimmertür, inklusive Gruß vom Haus mit Wetterbericht. Stadtrundgänge werden vom Personal organisiert, Eintrittskarten für das berühmte „Grüne Gewölbe“ im Zwinger und selbst für die  Semper-Oper besorgt. Aber das ist längst noch nicht alles. 

Erlesene Küche

Das hauseigene Gourmetrestaurant „Caroussel“ gehört zum Feinsten, was Dresden zu bieten hat. In einem stilvollen Ambiente – Gemälde und Spiegel zieren die pastellfarbenen Wände, Kristalllüster funkeln an den Decken – zelebriert Küchenchef Dirk Schröer seine Kochkunst. Der lebhafte Zweiunddreißigjährige aus Schwaben hat seine Sporen in den ersten Häusern der Republik erworben – u.a. in der „Traube Tonbach“, dem Restaurant „Ente“ im Nassauer Hof in Wiesbaden sowie im legendären „Tantris“ in München. „Ich habe schon zu Hause gern gekocht, und meine praktische Oma sagte immer: Koch ist ein krisenfester Beruf. Denn gegessen wird immer“, kommentiert er bescheiden seinen Ruhm. Inzwischen wurden ihm ein Michelin-Stern und 17 Punkte vom Gault Millau verliehen. Außerdem gehört er zur Riege der Top-50 Köche in Deutschland.

Edle Gewächse zu edlen Gerichten

Dirk Schröer komponiert seine Gerichte stets in enger Zusammenarbeit mit Sommelière Roswitha Ringel. Damit Speis und Trank optimal miteinander harmonieren, sieht man sie häufig zusammen hocken und das nächste Menü besprechen. Die heutige Empfehlung lautet: Carpaccio vom Kaisergranat, gefolgt von Wildlachs im Gewürzsud mit Lauch-Ravioli und einem Müritz-Lammrücken. Als Dessert wird ein feiner getränkter Nusskuchen auf Kirsche gereicht. Ein Hochgenuss, an den man sich noch lange erinnert. Frau Ringel kredenzt dazu edle Gewächse aus der Region. „Auch im Elbtal gedeihen wundervolle Weine, die dem ‚Caroussel’ alle Ehre machen“, freut sich die junge Frau.

Traumhaft in jeder Beziehung

Das Gästebuch ist voll des Lobes. Menschen aus allen Teilen der Welt haben sich hierin verewigt.  „A wonderful place to experience Dresden“, schwärmt ein Ehepaar aus Kanada, und ein Franzose aus Fontainebleau erlebt das Hotel als Gesamtkunstwerk. „Parfait“, schreibt er und hofft, hier bald wieder residieren zu dürfen. Schauspieler Jan Josef Liefers, selbst gebürtiger Dresdner, der auch schon mit Sternekoch Dirk Schröer in der Küche brutzelte, schreibt dem Hotel ins Stammbuch, „alles sei einmalig – in jeder Beziehung traumhaft.“

Text: Uta Buhr, Fotos: Hotel PR