Traumwagen

Da ist ein Auto…

…ein wunderschönes Auto. Wenn es keinen Menschen auf der Erde gibt, was ist dann der Wert des Autos? Wer weiß es zu schätzen? Wen kümmert’s? Die Vögel werden es nicht beachten, den Tieren wird es egal sein. Niemand wird es beachten – es wird verrotten, es wird zu Schrott. Aber sobald der Mensch da ist, ist es wertvoll. Wo kommt dieser Wert her? Er kommt aus eurer Begierde: Wenn ihr es begehrt, ist es wertvoll; wenn ihr es nicht begehrt, verschwindet der Wert. Der Wert liegt nicht im Ding, sondern in eurer Begierde.

Traumziel erreicht?

Das alte ökonomische Gesetz war: Wo eine Nachfrage ist, da ist auch ein Angebot. Aber jetzt hat sich dieses Gesetz völlig verändert: Erst kommt das Angebot, dann kommt die Nachfrage. Könnt ihr euch einen Menschen in Buddhas Zeit vorstellen, der von einem Auto träumte? Das war kein Problem, weil das Angebot nicht da war; wie also konnte man sich ein Auto wünschen? Heute besteht die ganze Marktwirtschaft darin, neue Angebote zu schaffen. Erst schaffen sie ein Angebot, dann werben sie, wecken sie Wünsche. Dann kommt die Nachfrage – dann rennt ihr, weil ihr jetzt seht: „Hier hab ich endlich das Ziel, das mir mein ganzes Leben lang gefehlt hat. Jetzt hab ich endlich mein Ziel, und wenn ich das erreicht habe, ist alles erreicht!“

Voll von Wünschen

Aber der Geschäftsmann erfindet ständig neue Dinge, die Werbefachleute erzeugen ständig neue Wünsche. Jedes Jahr stellen sie neue Autos her, neue Häuser, neue Ziele. Ständig liefern sie euch Möglichkeiten, nach außen zu gehen – sie geben euch keine Pause zum Nachdenken. Dein Auto mag völlig in Ordnung sein, aber sie sagen, dass jetzt das neue Modell da ist. Jetzt noch mit dem alten Modell zu fahren, tut also dem Ego weh. Das neue Modell ist vielleicht nicht besser – es mag sogar schlechter sein, wer weiß – aber das neue muss gekauft werden. Du musst es haben, weil die Nachbarn es haben, weil jeder davon spricht.

Textzitat: Osho, Fotos: Hersteller, Kunstfotografie: David LaChapelle & Garret Suhrie