Wunderwelt am Rothaarsteig
Geheimtipp Wittgenstein
Bad Berleburg liegt auf einer Felsterrasse am Osthang des Rothaargebirges vor malerischer Kulisse direkt am Rothaarsteig. Das bringt nicht nur Wanderer auf Trapp. Auch begeisterte Radfahrer und Naturfans haben den „Geheimtipp“ Siegerland-Wittgenstein längst für sich entdeckt. Ein ausgereiftes Wegeleitsystem führt über die bekannten Wanderwege Rothaarsteig und WaldSkulpturenweg Wittgenstein-Sauerland, die sich hier kreuzen. Auch der Wittgensteiner Schieferpfad gilt als einer der schönsten Wanderrouten und wurde schon vor Jahren als Premium- und Prädikatswanderweg ausgezeichnet. Der gut 14 km lange Rundweg ist prädestiniert für eine Spurensuche. Auf naturbelassenen Wegen erleben wir wunderschöne Landschaften mit immer neuen Ausblicken auf eine zauberhafte Wunderwelt. Wir beobachten seltene Vögel und entdecken Naturparks, saftige Wiesen, üppige Bergwälder, wilde Bäche und idyllische Täler, gehen auf Tuchfühlung mit Reh- und Muffelwild.
Wisent-Wildnis
Vielleicht treffen wir im Sommer 2011 sogar auf Wisente – 3 Meter lang mit einer Schulterhöhe von 1,80 Meter. Ein faszinierender Anblick – auch wenn sie finster dreinschauen! Aber keine Angst, das täuscht! Den scheuen Königen des Waldes wird man nur selten begegnen – so groß ist das Wisent-Gehege. Die Rückkehr der größten Landsäuger des Kontinents findet auf rund 4.300 Hektar statt. Die Idee für dieses in Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt kam von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und wird vom Verein Taurus Naturentwicklung, dem Kreis Siegen-Wittgenstein und der Stadt Bad Berleburg tatkräftig unterstützt. Schon jetzt findet eine fünfköpfige Wisent-Herde hier ihr neues Zuhause. Die „Wisent-Wildnis“ im Rohrbachtal zwischen Bad Berleburg und Wingeshausen ist ein Erlebnis für jeden Natur- und Tierfreund. In dem Auswilderungsgehege sollen die Tiere nunmehr ihre natürliche Scheu vor dem Menschen wiedererlangen und sich in dem weitläufigen Areal neu entwickeln und entfalten.
Residenzstadt Bad Berleburg
Umgeben von einer beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt in unberührter Natur bietet Bad Berleburg aber auch alles für das Wohlergehen von Körper, Seele und Geist. Das moderne Kneipp-Heilbad überzeugt in renommierten Fachkliniken und zahlreichen privat geführten Hotels mit individuellen Wellness- und Erholungsangeboten. Für Familien ist die Region um Bad Berleburg ebenfalls ein großes Abenteuer – besonders beim Urlaub auf dem Bauernhof. Frühstückseier im Hühnerstall suchen, die Geburt von jungen Kätzchen erleben, mit dem Bauern Trecker fahren und frisches Heu einfahren – das macht (nicht nur) Kindern Spaß. Auch das vielseitige Kulturangebot lässt mit interessanten Museen, der internationalen Musikfestwoche, Jazzkonzerten, Theater-, Literatur- und Kabarettveranstaltungen keine Wünsche offen. Wer die Geschichte der Residenzstadt Bad Berleburg nachvollziehen möchte, besucht am besten das privat bewohnte Barockschloss der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und guckt exklusiv hinter die Kulissen. Die „Reise in die Vergangenheit“ beginnt im 1733 vollendeten Corps de Logis und führt über die heute immer noch regelmäßig von der Familie genutzten Räume hin zum ältesten Teil des Berleburger Schlosses.
Hotel mit Lehrerzimmer
Gleich nebenan liegt die „Alte Schule“, die ältere Jahrgänge noch an den Ausspruch „Setzen, sechs!“ erinnert. Jeder der jemals die Schulbank gedrückt hat, weiß um die Bedeutung dieses kurzen aber prägnanten Satzes. Befürchten braucht man in unserem Falle aber nichts, denn dieser ausgesprochen furchteinflößende Satz ist nur Dekoration an der Schiefertafel in einer kleinen, gemütlichen Nische des Hotel-Restaurants, die sich Lehrerzimmer nennt. Zahlreiche Dokumente strenger und gesitteter Primaner-Tage unter Glas erinnern an die eigene Schulzeit. Gottseidank werden hier aber keine schlechten Noten und Zeugnisse mehr verteilt, sondern köstliche Speisen serviert. Im Restaurant und angegliederten Lehrerzimmer lassen sich nämlich schmackhafte Gerichte, begleitet von edlen Getränken, ohne Reue prächtig genießen. Da macht Nachsitzen wieder so richtig Spaß! Wo früher Rohrstock, Klausur oder Strafarbeit die Stimmung drückte, besticht heute das stilvolle Ambiente eines liebevoll eingerichteten Hotels mit erstklassigem Service. Wir verbringen freiwillig gleich mehrere Tage im Hotel „Alte Schule“, so schön und gemütlich ist es eingerichtet. Silvia Köster und Andreas Benkendorf, die viel Herzblut in das ehemalige mit mausgrauen Schieferschindeln eingekleidete Schulgebäude gesteckt haben, umsorgen uns aufmerksam und herzlich, ohne aufdringlich zu sein. Das traditionsreiche Gebäude im typisch Wittgensteiner Baustil wurde von Grund auf saniert und glänzt nun mit zahlreichen Details und originellen Ideen in individuell eingerichteten Räumen vom Keller bis zum Dachboden. Das Konzept “Alte Schule” findet sich im Hotel auf vielfältige Weise überall wieder. Kleine Schiefertafeln weisen den Weg durch das Haus in unser geräumiges, 40 m² großes Zimmer. Rechtschreibfehler in der Speisekarte sind rot markiert und zur Abwechslung und Erinnerung an verflossene Zeiten zusätzlich mit Arithmetischen Notationen gespickt, ein Lehrerpult dient als Rezeption. Und falls jemand vor lauter Erinnerungen an die Schulzeit nicht schlafen kann, empfiehlt sich eine Nachtwächterrunde an frischer Luft rund um das Schloss und bei Vollmond die Wanderung für Mondsüchtige. An spannenden Plätzen rund um Bad Berleburg beobachten Nachtschwärmer den Mond in der Finsternis als riesigen Ball am Firmament, lauschen eigentümlichen Geräuschen und erleben die Natur in einem völlig anderen Licht als bei Tag.
Textbearbeitung: Renato Diekmann, Quelle: Bad Berleburg Tourismus, Hotel Alte Schule, Fotos: Bad Berleburg Tourismus, Hotel Alte Schule/H-P. Kerle, Wisent-Fotos über Wikipedia von Ccezar, Darkone, Lilly M. & Michael Gäbler

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