Logenplatz am Rothaarsteig
Bescheidenheit ist eine Zier
Naturfreunde und Feinschmecker sind im Wittgensteiner Land stets herzlich willkommen. Kleine Landgasthöfe, originelle Hotels und urige Lokale sind in den schmucken Fachwerkdörfern leicht zu finden. Ausgedehnte Mischwälder, sanfte Hügel und geschwungene Wiesen mit immer neuen Ausblicken auf die südwestfälische Mittelgebirgslandschaft garantieren erholsame Urlaubstage in der Wunderwelt am Rothaarsteig. Eine luxuriöse Country-Residenz erwartet hier allerdings niemand. Wie ein Märchenschloss der Gebrüder Grimm taucht das mit Erkern und Türmchen versehene Fachwerkensemble vor uns auf. Es lieg bei Bad Laasphe versteckt in einem Seitental des Wittgensteiner Berglandes, nennt sich bescheiden „Jagdhof Glashütte“, hat als feines Relais & Châteaux-Hotel aber eine Menge zu bieten.
Einmalig authentisch
Innen könnte das 5-Sterne-Hotel glatt als historisches Jagdmuseum durchgehen – so authentisch und einmalig ist die Innenarchitektur der Restaurants und 29 Gästezimmer mit Kachelöfen, viel Holz und einer Atmosphäre wie auf einem aristokratischen Landgut. In der 15 Meter hohen Kaminhalle duftet es nach Buchenholz, um das sich gefräßige Flammen züngeln. Die beeindruckende Lobby ist urgemütlich eingerichtet mit allerlei Jagdmotiven und –trophäen. Indirektes Licht setzt die Galerie samt der Balustrade und geschwungenen Treppe kunstvoll in Szene.
Schmuckstück im Wald
Hölzerne Sprossenfenster fluten das Innere unserer Nobelherberge mit Sonne, und mehrmals täglich pflegen dienstbare Geister sämtliche Räume und sorgen behände für heimelige Stuben und kuschelige Schlafgemächer. Das Hotel wird von Edmund und Renate Dornhöfer geführt - und das mit ganz viel Leidenschaft. Alles im Haus wird mit Sachverstand und noch mehr Feingefühl arrangiert, wobei alle noch so kleinen, aus aller Welt zusammengetragenen Accessoires mit den Farben, Formen, Möbeln und Stoffen wunderbar harmonieren. Trotz verspielter Details wirkt nichts überladen. Jeder Raum ist ein Kunstwerk für sich. Einige Räume bestechen durch Wittgensteiner Bauernmöbeln, Fachwerkgebälk und natürlichem Schiefergestein, andere sind vornehm im englischen Landhausstil, Laura-Ashly-Style oder südafrikanischem Safari-Look gehalten. Die kreativen Gastgeber haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und das Häuschen mitten im Wald zu einem wahren Schmuckstück ausgebaut, das viele Gäste zu ihrem Lieblingshotel auserkoren haben. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Eigentlich sollte Edmund Dornhöfer LKW-Fahrer werden und den väterlichen Betrieb samt Fuhrmannskneipe übernehmen. Der junge Wittgensteiner Fuhrmannssohn fühlte sich jedoch zum Kochen berufen und absolvierte – gegen den Willen des Vaters – eine entsprechende Lehre in Bad Laasphe. „Mit der Wirtsstube fing alles an“, betont der stets gut gelaunte Hotelier und hält das Erbe seines Vaters hoch in Ehren. Die „Urzelle“ des Jagdhofs gibt es noch heute. Wie zu alten Zeiten lassen wir uns wie die Waldarbeiter an einem Holztisch die Wittgensteiner Landkost schmecken – raffiniert verfeinert und delikat gewürzt von der engagierten Küchenbrigade um den ambitionierten Chefkoch Jörg Diekert und den Schweizer Chefpatissier Ralph Hollokoi.
Futtern wie bei Muttern
Zur Einstimmung auf den traditionellen Bauernschmaus wird ein Wittgensteiner Techtelmechtel aus verschiedenen, hausgemachten Würsten und heimischem Bier aufgetragen, gefolgt von einer in Birkenrauch geräucherten Forelle aus der oberen Lahn auf Reisig gebackenem Schanzenbrot und der kräftigen Festtagssuppe „Welschengeheu“ (selbstgemachte Nudeln mit allerlei Kräutern und Frischgemüse aus den Bauerngärten der Nachbargemeinde). Herzhaft geht es weiter mit deftig gefüllten Großenbacher Rindsrouladen, das Bio-Fleisch langsam in Rotwein geschmort und wunderbar mürbe, auf Bratentunke und mit frisch gestampften Frühjahrskartoffeln, begleitet von einem rubinroten, körperreichen, fruchtigen Pinotage vom Weingut Keizers Creek am Western Cape, Südafrika, und endet lecker mit Oma Dornhöfers Beerengrütze im Weckglas mit Vanilleeis und geschlagenem Rahm.
Mehrfach ausgezeichnet
Dass der Jagdhof regelmäßig mit Sternen, Mützen und Kochlöffeln ausgezeichnet wird, ist kein Zufall. Die private Country-Residenz im Wittgensteiner Land gilt als Ideenschmiede für gute Köche. Schon fünf Küchenchefs wurden hier mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Ob zum Gourmet-Dinner im Restaurant Ars Vivendi oder in den Rôtisserie Jagdhofstuben, ob beim opulenten Schlemmerbuffet am Morgen im elegant möblierten Salon des Wiener Cafés, zum Lunch auf der Hirschgartenterrasse oder im Garten: Wir werden jedes Mal aufs Angenehmste überrascht.
Feine bodenständige Küche
Genuss in seiner schönsten Art verspricht das angegliederte Gourmet-Restaurant Ars Vivendi. Hier zeigt sich das Können der Köche jeden Abend aufs Neue. Das Credo vom Chef de Cuisine, Jörg Diekert (u. a. tätig in den Gourmet-Restaurants Schloss Berg und Burg Schwarzenstein), lautet schlicht „bodenständige Küche auf höchstem Niveau“. Nur das Beste aus der Umgebung, aus den Flüssen und Gewässern, dem Wald und natürlich aus der Jagd kommt hier täglich frisch auf den designten Versace-Teller – international interpretiert mit feinem Gespür für Aromen und Texturen. Auf der Karte fehlen weder unumgängliche Klassiker, die niemand missen möchte, noch der kulinarische Gourmet-Sparziergang durch die Wittgensteiner Region.
Weiter in Teil 2 "Gourmettreff am Rothaarsteig"
www.siegerland-wittgenstein-tourismus.de
Text: Renato Diekmann, Fotos: Renato Diekmann, Ydo Sol/Jagdhof Glashütte

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