Vitalität & Lebenslust

Genesung am Zauberberg

Unabwendbares Schicksal? 

Allergien zählen zu den großen Volkskrankheiten. Allein in Deutschland sind über 20 Millionen Menschen von Allergien betroffen, und es werden leider immer mehr. Allergische Erkrankungen sind durch ihren chronischen Verlauf mit teilweise lebensbedrohlichem Erscheinungsbild nicht nur für die Betroffenen ein schweres Schicksal, sondern stellen auch gewaltige sozio-ökonomische Belastungen für die Volkswirtschaft dar.

Das Hochgebirgsklima hilft

Bei der Behandlung von Allergien hat sich die Hochgebirgsklinik Davos (HGK) besonders hervorgetan. Seit vielen Jahrzehnten erfahren dort Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit Atemwegserkrankungen sowie allergischen Haut- und Augenerkrankungen eine kompetente und umfassende Betreuung. Die 1.600 m über den Meeresspiegel gelegene Klinik bietet eine ideale und für keine andere vergleichbare Fachklinik zutreffende Allergen-, Keim- und Schadstoffarmut. Davos ist frei von Hausstaubmilben, es gibt nur sehr geringe Mengen an Pollen mit extrem kurzer Flugdauer. Niedrige Luftschadstoffbelastung, trockene Luft, viel Sonne und relativ gleichbleibende Temperaturen im Winter wie im Sommer unterstützen die Therapie. Auch wenn Davos gern mit Wirtschaftsbossen, Multimillionären und VIP-Jetset gleichgesetzt wird, ist die Hochgebirgsklinik Davos keine elitäre Schweizer Privatklinik, sondern eine deutsche Klinikeinrichtung in der Schweiz. Deshalb werden die nicht unerheblichen Therapiekosten von deutschen Kranken- und Rentenver-sicherungsträgern übernommen.

Gewinn für Patienten und Kostenträger

Dass die Behandlung in der Hochgebirgsklinik Davos für die Patienten von Vorteil ist, konnte durch wissenschaftliche Studien bereits in der Vergangenheit belegt werden, sagte der Ärztliche Direktor der Hochgebirgsklinik, PD Dr. Günter Menz. Eine Meta-Analyse aus dem Jahre 2008 belegt nun, dass die gesundheitlichen Erfolge auch zu einer erheblichen Kostenersparnis führen. Die Studie hatte 187 Teilnehmer. Verglichen wurde die Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen in den sechs Monaten vor und nach einem Aufenthalt in Davos. Es zeigte sich eine erhebliche Verringerung der Arztbesuche am Wohnort (minus 42 %), der Krankhausaufenthalte (minus 84%), der Notarzteinsätze (minus 73%) sowie der Fälle auf Intensivstationen (minus 65%) gegenüber dem Vergleichszeitraum. Den Krankenversicherungen blieben damit Kosten in Höhe von 1 Mio. Euro erspart.

Hohe Patientenzufriedenheit

Um die Qualität in der Rehabilitation sicherzustellen, führt die deutsche Rentenversicherung (DRV) regelmäßig Befragungen bei Rehabilitanden durch. Im August 2009 wurden die Ergebnisse einer Befragung von Oktober 2007 bis September 2008 bekannt gegeben. Dabei erreicht die Klinik für Pneumologie und Allergologie der HKG den ersten Rang unter 33 verglichenen Einrichtungen hinsichtlich „Patientenzufriedenheit“ und „subjektivem Behandlungserfolg“. Den zweiten Rang belegte die Klinik für Dermatologie und Allergologie der HGK.

Neue Diagnostik- und Therapieansätze

Wie breit gefächert die wissenschaftlichen Aktivitäten in der Hochgebirgsklinik sind, zeigte sich während einer Pressekonferenz Ende Oktober 2009 in Davos. Über einen neuen Ansatz in der allergologischen Diagnostik berichtete PD Dr. Peter Schmid-Grendelmeier vom UniversitätsSpital Zürich. Mit Hilfe der „Component Resolved Diagnostics“ (CRD) werde es künftig gelingen, eine höchst genaue, individualisierte Diagnose der allergischen Erkrankung zu stellen. Und Dr. Claudia Steiner, Co-Chefärztin der HGK, berichtete von Biologicals in der Dermatologie. Die gentechnisch hergestellten Proteine greifen auf unterschiedlichen Ebenen gezielt in die gestörten immunologischen Vorgänge ein, die bei der Entstehung der Psoriasis (Schuppenflechte) eine Rolle spielen. Die Biologicals wirkten zwar sehr zielgerichtet, betonte Dr. Steiner, seien aber teuer und wegen schwerwiegender Nebenwirkungen nicht ungefährlich und bedürften deshalb weiterer klinischer Langzeitstudien.

Moderne Versorgung sichern

In den letzten Jahren haben sich beachtliche Fortschritte in den genetischen Grundlagen allergischer Erkrankungen und in der Aufklärung der Mechanismen erzielen lassen. Nach wie vor besteht allerdings eine große Kluft zwischen theoretischem Wissen und Alltagserfahrung der Betroffenen und ihres Umfeldes.

Die Hochgebirgsklinik Davos zählt zu den Vorreitern einer modernen Versorgung des allergischen Patienten unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Kühne-Stiftung weitet deshalb ihre Förderaktivitäten auf das Gebiet der Allergologie aus und hat das Allergieforschungsprojekt CK-CARE Christiane Kühne – Center for Allergy Research and Educations ins Leben gerufen. Namensgeberin ist Christine Kühne, Mitglied des Stiftungsrats und Ehefrau des Stifters und Logistik-unternehmers Prof. Dr. h. c. Klaus-Michael Kühne (Kühne & Nagel). Das CK-CARE Center mit Sitz in Davos und weiteren Standorten in München und Zürich, fördert die Forschung, Education und Prävention auf dem Gebiet der Allergien, um die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die klinische Versorgung zugunsten der betroffenen Patienten zu verbessern. Denn nach wie vor gilt: Endlich wieder tief durchatmen und gesund werden. In Davos ist das möglich, dank des gesunden Klimas und der kompetenten Betreuung in der Hochgebirgsklinik Davos.  

> mehr über Asthma-Hilfe

und

hgk-1.jpg vom 29.10.2008

 

Text: Renato Diekmann/Media Concept

Fotos: swiss-image.ch, Diekmann, MedizinGesundheit, HGK Davos, Media Concept, Referenten in Reihenfolge: Günter Menz, Peter Schmid-Grendelmeier, Claudia Steiner