Wenn Essen krank macht
Wenn Essen krank macht…
…sind oftmals Nahrungsmittelallergien oder –unverträglichkeiten im Spiel. Der Verzehr von Lebensmitteln bedeutet nicht für jeden einen Genuss. Bis zu 40% der Deutschen – schätzen Experten – sind von einer Lebensmittelallergie betroffen. Typische Nahrungsmittel, die im Kindes- und Jugendalter zu allergischen Reaktionen führen, sind Kuhmilch, Hühnerei, Erdnuss, Baumnüsse, Weizen, Soja, Fisch und Schalentiere.
Auslöser der Reaktion ist dabei nicht das ganze Lebensmittel, sondern nur ein sehr kleiner Teil, eine Eiweiß (Protein)-Komponente, zum Beispiel ein Teil der Kuhmilch.
Um die Diagnose einer Lebensmittelallergie zu unterstützen, wird neben ärztlichen Haut- und Blutuntersuchungen ein Ernährungstagebuch geführt. Darin wird notiert, welche Lebens- und Genussmittel im Tagesverlauf verzehrt wurden und wann welche Beschwerden aufgetreten sind.
Achtung, Pollgenflug!
Die Nase läuft, die Augen brennen. Wenn die ersten Pollen fliegen, haben es Allergiker schwer. „Die Zahl der Menschen mit Heuschnupfen steigt bedenklich, auch bei Kindern“, klagen die Allergologen und sprechen sogar von einer Zeitbombe, weil ein Großteil der Betroffenen zu Asthmatikern wird.
Allein in Deutschland leiden derzeit über 12 Millionen Menschen unter einem Heuschnupfen (Rhinitis) – Tendenz steigend. Er kann sich auf obere und untere Atemwege ausdehnen (Etagenwechsel) und wird von Ärzten und Patienten leider allzu häufig unterschätzt.
Vorsorgen ist besser als heilen
Die meisten Betroffenen lassen sich leider erst behandeln, wenn die ersten Asthmabeschwerden bereits vorhanden sind. Abgesehen von den hohen volkswirtschaftlichen Kosten, die durch Allergien und Asthma entstehen, handelt es sich oft um Erkrankungen, die zu Komplikationen führen, auf Dauer chronisch werden können und schließlich die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Deshalb ist Vorsorge geboten.
Detektivarbeit
Hautausschlag, Juckreiz, Durchfall oder Bauchschmerzen - es gibt eine ganze Reihe von Symptomen, die auf eine Allergie hindeuten. Die Jagd nach einem Allergieauslöser verlangt kriminalistisches Gespür, denn einer Handvoll Symptomen stehen Tausende möglicher Auslöser gegenüber.
Manchmal ist es richtige Detektivarbeit, der Ursache für allergische Symptome auf die Spur zu kommen. Der Prick-Test ist der am häufigsten durchgeführte allergologische Test. Besteht der Verdacht auf Allergien, kann mit diesem Test bestimmt werden, welche Substanzen (Allergene) die Symptomatik verursachen.
Unseriöse Angebote
Leider sind Menschen, die an Allergien/Lebensmittelallergien erkrankt sind, häufig Opfer für Anbieter obskurer oder ungesicherter Methoden, die sowohl als Diagnostik als auch zur Therapie z. B. im Internet angeboten werden. Die Liste der Produkte ohne Wirksamkeitsnachweis bei allergischen Erkrankungen wird in unseren Breiten zunehmend unübersichtlicher.
Das mehrfach aufgelegte Buch „Die sanfte Medizin“ der Stiftung Warentest bietet sachliche Informationen zu komplementären Methoden. Die wertvollste Internetpräsenz mit umfangreicher, hervorragend recherchierter Datensammlung untauglicher Methoden in der Medizin findet sich unter www.quackwatch.org
Rat und Hilfe
Rat und Hilfe gibt es bei einem ausgebildeten Allergologen, der eine fachgerechte Diagnose erstellt, individuell berät und schließlich die optimale Therapie einleitet, die das Leiden nachhaltig lindern hilft. Zuverlässig verhindern lassen sich Folgeerkrankungen mit einer Behandlung, die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie genannt wird. Sie beginnt in der pollenfreien Zeit. Der Patient erhält dabei die ihm betreffenden Allergene in sehr niedriger Konzentration unter die Haut gespritzt, wodurch sich das Immunsystem an sie gewöhnt. Die subkutane Immuntherapie (SCIT) kann sich über drei bis vier Jahre erstrecken. Seit einigen Jahren gibt es auch die Möglichkeit, ganz auf Spritzen zu verzichten und die Allergene als Lösung unter die Zunge zu träufeln.
Wichtige Infos, hohe Beratungskompetenz, intensive Schulung und flächendeckende Versorgung und Interessensvertretung: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)
Textbearbeitung: Renato Diekmann, Fotos/Grafiken: Haus Rabenhorst O. Lauffs, Media Concept, DAK/Wigger

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