Vitalität & Lebenslust

Medizin aus China

Der schnelle Griff ins Regal

Mit einem Rezept in die Apotheke, der schnelle Griff ins Regal und schon halten wir unsere Medikamente in Tablettenform in der Hand. So sind wir Deutschen es gewöhnt. In der chinesischen Arzneitherapie, einer der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), spricht man von „Rohdrogen“ im Gegensatz zu Fertigarzneien. Verglichen mit unseren Hausmitteln, sind die chinesischen Arzneimittel allerdings hoch wirksam und dürfen nur von erfahrenen Experten zusammengestellt werden. Dr. Christian Schmincke, ärztlicher Leiter der Klinik am Steigerwald in Gerolzhofen erklärt: „Bei den Originalrezepturen aus China besteht die Gefahr von Überreaktionen. Aus diesem Grund werden die chinesischen Arzneien in unserer Klinik an die körperliche Konstitution der Europäer angepasst.“ Die Patienten der Klinik erhalten, je nach Beschwerden, eine individuelle Zusammensetzung der Heilpflanzen.

Rohdrogen = Medizin

„Man kann Rohdrogen als natürliche Grundlage der Arznei bezeichnen. Bei den Rohsubstanzen handelt es sich in der Regel um Pflanzenteile oder Mineralien. Sie werden aus China importiert und durch die deutschen Arzneimittelbehörden kontrolliert“, so das Mitglied der Gesellschaft für Dokumentation von Erfahrungsmaterial der Chinesischen Arzneitherapie (DECA). TCM-Ärzte unterscheiden dabei unter anderem: kühlende, erwärmende, ausleitende und harmonisierende Substanzen, die gezielt eingesetzt werden. Sie können Schmerzen lindern, Krämpfe lösen, das Herz beruhigen und akute oder chronische Entzündungsprozesse zu einem guten Ende führen. Dabei werden auch alte Krankheiten bewältigt: „Wir sprechen davon, dass eine Krankheit in die Tiefe absinkt. Nun gilt es, sie von dort wieder an die Oberfläche zu bringen, damit sie behandelt werden kann“ erläutert Dr. Schmincke.

Unterschiedliche Organismen

Im Ursprungsland China wird die Akupunkturnadel zum Teil wesentlich tiefer in die Haut gesetzt. Hierzulande geht man vorsichtiger vor. Dies gilt auch für die Arzneitherapie. Denn statt bis zu zwanzig Rohsubstanzen, werden von den erfahrenen Klinikexperten nur etwa acht für die individuelle Rezeptur verwendet. Hintergrund dafür ist die unterschiedliche körperliche und psychische Konstitution eines Europäers im Vergleich zu einem Asiaten. Die individuellen Heilpflanzen werden zu einem Sud abgekocht, der von den Patienten über den Tag verteilt getrunken wird.

Arzneitherapie als Teil der TCM

Die chinesische Arzneitherapie bildet die Basis aller Therapien in der Klinik am Steigerwald. Sie ist ein wichtiger Baustein der Traditionellen Chinesischen Medizin, die darüber hinaus aus Qi Gong, Akupunktur, Diätetik und der Tuina Massage besteht. Diese Verfahren ergänzen sich ideal und können so auch bei schweren chronischen Erkrankungen den Patienten Linderung verschaffen.

 

 

 

Textbearbeitung: Renato Diekmann. Quelle & Fotos: Klinik am Steigerwald,