Wie sag ich's meiner Tochter?
Welche Eltern kennen das nicht?
Gerade war die Tochter noch das kleine Mädchen, das Mamas und Papas Nähe suchte und mit all ihren Fragen zu ihnen kam. Doch plötzlich ist alles anders: Neuerdings schließt sie sich stundenlang im Badezimmer ein, klappt hastig das Tagebuch zu, wenn man das Zimmer betritt und führt scheinbar endlose Telefonate mit ihren Freundinnen. Die Pubertät hat begonnen. Viele Eltern stehen in dieser Zeit den ständigen hormonell bedingten Stimmungswechseln ihres Kindes unsicher gegenüber. „Das Mädchen lebt nun zunehmend in seiner eigenen Welt. Aber auch wenn Ihre Tochter es Sie nicht spüren lässt: Sie sind und bleiben sehr, sehr wichtig für sie“, erklärt Dr. Gisela Gille, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V. (ÄGGF). Unterstützung in dieser Situation kann ein neutraler, fachlich kompetenter und vertrauenswürdiger Ansprechpartner geben, an den man vielleicht erst einmal gar nicht denken würde: eine Frauenärztin bzw. ein Frauenarzt. Im Rahmen der Initiative Mädchen-Sprechstunde bieten besonders geschulte Gynäkologen jungen Mädchen spezielle Sprechzeiten an, um mit ihnen über alle Aspekte der Pubertät zu sprechen. Die Mädchen können hier Fragen oder auch ihre Probleme mit der körperlichen Entwicklung, Sexualität und Verhütung thematisieren und dabei gemeinsam mit dem Experten herausbekommen, was sie vorher alles noch nicht wussten – denn bezeichnenderweise sind sie trotz der Flut an Informationen, die sie zum Thema Aufklärung und Sex bekommen, häufig recht unsicher, wenn es um den eigenen Körper geht.
Veränderungen begleiten
Ihre Tochter braucht Sie – jetzt besonders! Sprechen Sie mit ihr, aber ohne ihr ein Gespräch, was sie möglicherweise noch nicht oder nicht in diesem Moment führen will, aufzudrängen. „Erzählen Sie von Ihrer eigenen Pubertät, Ihren Unsicherheiten und Sorgen in dieser Zeit. Nehmen Sie Ihre Tochter und die Veränderungen, die sie durchläuft, bewusst wahr und vor allem ernst. Ganz wichtig: Bleiben Sie mit ihr im Gespräch – selbst wenn es manchmal auch größere Meinungsverschiedenheiten gibt!“, rät Dr. Gille. Themen gibt es genug: wie man mit der ersten Menstruation und den dazugehörigen Bauchschmerzen umgeht, ob Tampons oder Binden die bessere Wahl sind, aber auch über die Schmetterlinge im Bauch, den ersten Liebeskummer und wie es kommt, dass manche Jungs plötzlich so unsensibel sein können, und so ganz anders als die Spielkameraden von früher.
Kompetente Unterstützung
Bei aller Gesprächsbereitschaft durch die Mutter bzw. die Eltern gibt es sicherlich aber auch Dinge, die junge Mädchen lieber mit Menschen außerhalb der eigenen Familie besprechen. So werden die ersten zaghaften Veränderungen am Körper eher mit der besten Freundin diskutiert. „Hast du das auch? Was macht man da am besten?“ Und insbesondere die erwachende eigene Sexualität macht es den Mädchen schwer, sich darüber mit der Mutter auszutauschen. Unterstützung für die Eltern, die ihre Tochter nicht unbegleitet auf die Reise zur erwachsenen Frau schicken möchten, bietet die Initiative Mädchen-Sprechstunde. Ergänzend zum familiären Beitrag zur Aufklärung können besonders geschulte Frauenärztinnen oder -ärzte die verbliebenen Wissenslücken im Gespräch kompetent und zuverlässig ausfüllen. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Mädchen sich nach dem Gespräch mit uns darauf freuen können, ihren neuen, weiblicheren Körper wahr- und anzunehmen! Hierbei unterstützen wir sie nach Kräften“, erläutert Dr. Christian Albring, Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. , der die Initiative Mädchen-Sprechstunde unterstützt. Vielleicht wünscht sich das Mädchen ja auch, dass die Mutter sie zu ihrer ersten Mädchen-Sprechstunde begleitet? Wenn sie dann während des Vier-Augen-Gesprächs im Wartezimmer bleibt, dann ist die Mutter zwar „dabei“, schenkt ihrer Tochter aber auch ein „ohne mich“.
Über die Initiative Mädchen-Sprechstunde
Die Initiative Mädchen-Sprechstunde wurde von der Grünenthal GmbH mit wissenschaftlicher Unterstützung der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) e. V. gegründet. Die Initiative wird vom Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF) unterstützt und empfohlen. Ziel der Initiative ist es spezielle Gesprächsangebote für junge Mädchen in Frauenarzt-Praxen zu etablieren. Die teilnehmenden Gynäkologinnen und Gynäkologen nehmen sich Zeit, um auf die Fragen zur körperlichen Entwicklung, Sexualität und Verhütung einzugehen.
> mehr über die Mädchen-Sprechstunde
Quelle, Text & Fotos: Initiative Mädchen-Sprechstunde, ÄGGF, BVF,

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